Utopia Good News: Amsterdam sagt „Nein“ – und Gen Z sagt „Hallo“ zu Vögeln
Shownotes
In dieser Folge geht es um folgende Good News:
- Kultur statt Chicken Nuggets: Amsterdam verbannt Werbung für klimaschädliche Produkte
- IRENA-Bericht: Erneuerbare rund um die Uhr – günstiger als Kohle und Gas?
- Birding: Gen Z entdeckt einen Trend, der dem Artenschutz hilft
Weitere Links zur Folge:
Hinweis: Im Ökostrom-Segment werden Modellrechnungen beschrieben. Je nach Standort und Wetterjahr können die Kosten höher oder niedriger ausfallen.
Ihr wollt mehr Good News? Dann abonniert unseren Good News Newsletter (wird einmal die Woche verschickt) und abonniert diesen Podcast – wir freuen uns!
Ihr habt Fragen, Kritik oder Anregungen zu Utopia Good News? Schickt es gerne an podcast@utopia.de
Transkript anzeigen
00:00:00: Hallo und herzlich willkommen beim Utopia Podcast.
00:00:03: Hier ist wieder Katja aus der Utopia Redaktion, ich habe eine Frage für euch.
00:00:07: Kennt ihr dieses Gefühl, wenn ihr einmal zu lange Nachrichten konsumiert?
00:00:10: Und danach denkt ihr ... Boah okay!
00:00:13: Ich brauche jetzt entweder einen Tee, einen Waldspaziergang oder einfach ein sehr großen Resetknopf.
00:00:20: Ja genau dafür gibt es dieses Segment – Utopia Good News.
00:00:23: Wir wollen in dieser Folge einmal kurz durchatmen, einmal kurz sortieren Und dann schauen wir uns an, was gerade besser wird auf der Welt.
00:00:30: Wir tun nicht so als sei alles toll und das ist ja leider nicht so.
00:00:34: Aber wir liefern mit unserem Podcast einen kleinen Reminder!
00:00:37: Es gibt Lösungen es gibt Fortschritts und es passiert gleichzeitig natürlich immer noch genug Schwieriges aber wir sind nicht machtlos.
00:00:44: Passend dazu habe ich euch heute wieder drei Themen mitgebracht.
00:00:47: Wir schauen einmal nach Amsterdam wo seit Anfang mal bestimmte Werbung einfach weg ist.
00:00:54: Erneuerbare Energien können eben doch beides günstig und verlässlich.
00:00:58: Und in bestimmten Regionen funktioniert das sogar schon besonders gut, und wir schauen auf ein altes Herby, der es gerade wieder trenntet – und dabei profitiert tatsächlich der Artenschutz!
00:01:07: Dann legen wir mal los!
00:01:15: Ich war hier vor zwei Jahren am Stadarm als mir von der Stadt besonders im Kopf geblieben ist, dass dann zum einen die Krachten da noch der Tropenmarkt Tatat Orlok, also Pommes mit Erdnussauce und Zwiebeln.
00:01:27: Sorry an der Stelle für alle Native Speakers von meiner Aussprache aber ich fand es überraschend lecker!
00:01:32: Was ich mir nicht so genau angeschaut habe das waren die Plakatflächen in der Stadt macht ihr wahrscheinlich auch nicht im Urlaub Aber genau an diesen Flächen da hat sich vor kurzem was wichtiges getan.
00:01:41: Amsterdam hat nämlich seit Anfang Mai Werbung für Fleischprodukte Kreuzfahrten Diesel Autos und Flugreisen im öffentlichen Raumverband Also zum Beispiel an Straßen auf Plätzen und an Haltestellen.
00:01:52: Beschlossen wurde das schon im Januar vom Gemeinderat auf Initiative der Grüne Linkspartei.
00:01:58: Nun wurde es umgesetzt.
00:02:00: Amsterdam ist nach einigen Angaben übrigens auch die erste Hauptstadt der Welt, die Fleischwerbung so explizit aus dem Stadtbildverband.
00:02:08: Jetzt fragt ihr euch vielleicht Werbung verbieten?
00:02:09: Warum macht Amsterdam das überhaupt?
00:02:12: Tja, die Stadt will bis zu zwanzig-fünfzig klimaneutral werden und bis dann den Fleischkonsum der Bevölkerung halbieren!
00:02:18: Und gleichzeitig Werbung für das Gegenteil zu machen, also zum Beispiel Flugreisen und Fleisch.
00:02:23: Das fand man dann doch nicht so passend!
00:02:24: Ob das Werbelverbot tatsächlich dazu führt dass die Amsterdamer innen weniger Fleisch essen und fliegen?
00:02:30: Das weiß man ehrlich gesagt noch nicht.
00:02:32: aber es gibt Hinweise darauf, dass Werbeverbote eben doch wirken.
00:02:36: Zum Beispiel aus London.
00:02:38: Da hat ein Junkfood-Werbeverbot in der U-Bahn eine Studie zufolge messbar den Kauf von Junk food reduziert.
00:02:44: Bleibt die Frage was auf den Werbeflächen denn nun hängt, also statt Big Macs und Co.
00:02:49: Und ähm ... Die britische BBC hat sich vor kurzem in Amsterdam umgesehen und berichtet dass an einigen Plakatwänden wo früher für McDonald's SUVs und Billigurlaube geworben wurde Nun Werbeanzeichen für Museen und Konzerte zu sehen sind.
00:03:03: Kultur statt Chicken McNuggets quasi.
00:03:06: Das finde ich ist ja kein schlechter Tausch.
00:03:09: Nun zum etwas technischen Thema.
00:03:11: Es geht um Strom.
00:03:12: Solar- und Windenergie gelten zwar als die günstigsten Stromquellen der Welt, aber sie liefern nicht immer dann Strom wenn er auch gebraucht wird.
00:03:21: Ein neuer Bericht der internationalen Agentur für erneuerbare Energien Kurs Arena hat untersucht was es denn nun kosten würde das zu ändern.
00:03:29: also was müssen wir investieren um rundum die ure verlässlichen quasi festen Ökostrom bereitzustellen?
00:03:36: Und das zentrale Ergebnis war In Sonnen- und Winterreichenregionen, da ist das bereits heute günstiger als Strom aus zum Beispiel neuen Gas oder Kohlekraftwerken zu beziehen.
00:03:47: Denn in diesen Sonne- und winterreichen Regionen kostet etwa Dauerstrom aus Solar, also inklusive Batteriespeicher nur ca.
00:03:56: µC bis US dollar pro megawatt Stunde.
00:04:01: Das klingt jetzt nach vielen Zahlen aber damit ihr euch das im Vergleich vorstellen könnt... Bei Gas wären es laut dem Bericht über einhundert US-Dollar.
00:04:10: Besonders günstig war zuverlässiger Solarstrom zum Beispiel aus China und die Modellrechnungen, die zeigen dass solche Anlagen entsprechend dimensioniert, ninety fünf Prozent der Zeit verlässlich Strom liefern können also eben nicht nur dann wenn der Wind gerade weht oder die Sonne scheint.
00:04:27: Dafür braucht es dann entsprechende Speichertechnologie.
00:04:31: Die Kosten sind aber schon mit einberechnet wie gesagt.
00:04:34: Dann bleibt noch die Frage, warum sind denn Erneuerbare jetzt so günstig?
00:04:39: Also – Die Kosten für Solaranlagen, Windräder und Batteriespeicher sind in den letzten Jahren dramatisch gesunken um teilweise über neunzig Prozent.
00:04:48: Was früher eine teure Nischentechnologie war, dies heute in vielen Regionen einfach die günstige Optionen.
00:04:55: Auf einer Einschränkung weist Irene aber hin, günstigere Technologie allein reicht nicht.
00:05:01: Auch Strommerkte, Netze und politische Rahmenbedingungen müssen mitspielen – da gibt es in vielen Ländern noch Nachholbedarf!
00:05:08: Und?
00:05:09: Es handelt sich um Modellrechnung.
00:05:11: Also je nachdem wie Sonne oder Windreich ein Jahr an einem speziellen Standort tatsächlich ist, können die Kosten etwas höher oder niedriger ausfallen.
00:05:21: Dazu kommt noch, dass es in weniger windreichen und sonnigen Gebieten derzeit wohl noch etwas teurer ist, verlässlichen Strom aus Erneuerbaren zu beziehen.
00:05:29: Aber eben doch möglich!
00:05:31: Und die Kosten sinken tendenziell.
00:05:34: Und am Strich lässt sich damit sagen das Argument erneuerbare sein zu teuer oder zu unzuverlässig?
00:05:40: Das zieht einfach immer weniger.
00:05:42: Über die Genzi gibt's ja viele Vorteile untereinander, dass sie ständig am Handy hängt oder generell so viel Zeit in der digitalen Welt verbringt.
00:05:50: Für alle, die dieses Bild voll verinnertlicht haben – eine kleine Warnung!
00:05:55: Die nächste Nachricht könnte euren Blick auf die junge Generation vielleicht in Zwang bringen.
00:05:59: Tatsache ist nämlich gerade die Genzi hat ein Hobby wieder entdeckt das bisher als etwas eigen oder verstaubt galt und naja sogar nicht digital ist… Nämlich Vögel beobachten.
00:06:11: Burding also Vogelbeobachtungen?
00:06:14: ist in Großbritannien gerade das am zweitschnellsten wachsende Hobby bei Menschen, die zwischen.
00:06:28: Das ist ein Mensch, der sich mit der Gesamtheit der Vogelarten in einer bestimmten Region beschäftigt.
00:06:48: Also diese zum Beispiel beobachtet oder dokumentiert.
00:06:51: Ausgelöst hat dem Burding Boom unter anderem die Pandemie – damals hatten wohl einige Menschen verständlicherweise genug von der eigenen Wohnung und Lust auf neues Hobby.
00:07:00: Eine Jugendliche aus dem jungen Börder-Sklap des Nabu erzählt, dass sie Burding gerade in der aktuellen Weltlage total wohltun findet.
00:07:08: Denn der Vogel in ihrem Park, so erzählt sie.
00:07:11: Der komme jedes Jahr wieder – egal was er in den Nachrichten gerade abgeht!
00:07:15: Und das Hobby hat auch für den Artenschutz einen echten Mehrwert.
00:07:18: Wer Sichtungen auf ornito.de meldet, der liefert wissenschaftliche Daten und die sind eben besonders wertvoll für bedrohte Arten wie Rehpun, Feldlärche oder Kibitz.
00:07:29: Citizen Science nennt man das.
00:07:31: Wenn ihr auch ein Citizen-Scientist werden wollt oder Birding generell spannend findet, dann könnt ihr einfach loslegen.
00:07:37: Alles was ihr braucht ist ein Fernglas, gute Kleidung und ein Bestimmungsbuch für Vogelarten – oder eine entsprechende App.
00:07:44: Vergesst aber nicht die Vögel über ornito.de zu melden!
00:07:47: Und ganz wichtig behandelt die Tiere und die Natur in der ihr euch befindet mit Respekt.
00:07:53: Mehr Infos und relevante Links verlinke ich euch in den Joe Notes.
00:07:56: Das war's für diese Woche mit dem Utopia Podcast.
00:07:58: Ich hoffe, ihr habt jetzt gute Laune.
00:08:00: So soll's ja auch sein am Samstagmorgen!
00:08:02: Wenn ihr Feedback zu unserem neuen Format habt oder Birding-Tipps, dann schreibt uns gerne an podcastetotopia.de Oder kommentiert direkt in eurer Podcaste.
00:08:11: Wir freuen uns über jede Bewertung und jedes Abo Und wenn ihr noch mehr gut News lesen wollt, findet ihr die direkt auf otopia.DE.
00:08:18: Ihr könnt es euch aber ganz einfach über unseren Good News Newsletter zusenden lassen.
00:08:22: Den Link findet ihr in den Schauenhaut.
00:08:24: Nächste Woche hören wir uns dann wieder mit mehr guten Nachrichten.
00:08:27: Ich wünsche euch eine gute Woche und bis dann!
Neuer Kommentar